Warum Maria Magdalena von ihrem Platz an Jesus’ Seite verdrängt wurde

Auf meinen spirituellen Reisen durch Südfrankreich wurde mir immer wieder deutlich vor Augen geführt, wie sehr Maria Magdalena diese Region geprägt hat und immer noch prägt.

Bis ins 12./13. Jahrhundert nahm sie im Glauben der Menschen im Languedoc und in der Provence den unangefochtenen Platz an der Seite von Jesus ein und war auch als dessen Nachfolgerin unbestritten.

Die Verdrängung Maria Magdalenas mitsamt ihrer Lehre, die sie direkt von Jesus übermittelt bekam, ist heute den wenigsten von uns bewusst. Sie war ja nicht nur seine Ehefrau, sondern auch die erste Apostelin, die – anstatt Paulus – seine Nachfolgerin hätte werden sollen.

Maria Magdalena verbreitete Jesus‘ Lehre in Südfrankreich

Jesus übertrug es Maria Magdalena, sein Wort im heutigen Südwesteuropa zu verbreiten. Sie erfüllte ihren Auftrag mit unendlicher Geduld und Liebe, unterstützt von zahlreichen Freunden und Familienmitgliedern, die sie nach Südfrankreich begleiteten. Ein Teil der Gruppe unter Joseph von Arimathäa zog später weiter nach England um dort zu wirken.

Der damaligen Amtskirche in Rom war das seinerzeit schon ein Dorn im Auge. Denn Jesus’ Lehren hatten zum Inhalt, dass jeder Mensch seinen eigenen spirituellen Weg suchen und gehen soll und Gott in sich selber finden wird (wie im Maria Magdalena Evangelium aus dem 5. Jahrhundert nachzulesen ist, dessen Inhalt allerdings von der Kirche in Frage gestellt wird).

Die Anhängerschaft Maria Magdalenas und ihrer Wegbegleiter war schon zu ihren Lebzeiten sehr groß und aus ihren Lehren entwickelte sich die damalige Religion in Frankreich (und aufgrund von Joseph v. Arimathäa zur selben Zeit auch in England).

Die angestammte Rolle Maria Magdalenas missfiel der Amtskirche

Dass Maria Magdalena als Ehefrau und gleichwertige Partnerin von Jesus anerkannt wurde, missfiel der Amtskirche bis heute. Damals beschlossen die kirchlichen Würdenträger im 12. und 13. Jahrhundert, das Wissen um Maria Magdalenas Rolle sowie ihre Lehren auf unerbittliche Art und Weise auszulöschen. Die Kreuzzüge gegen die Katharer, die im weitesten Sinne auf Maria Magdalenas Lehren abzielten, haben grausame Geschichte geschrieben.

Um Maria Magdalena zu verdrängen, platzierte die damalige Amtskirche Mutter Maria ganz bewusst an die Stelle von Maria Magdalena. Nicht die Ehefrau und Weggefährtin von Jesus sollte Aufmerksamkeit bekommen, sondern seine Mutter.

Das Wissen um Maria Magdalena begann zu verblassen

So verblasste das Wissen von und über Maria Magdalena über die Jahrhunderte hinweg immer mehr. Jetzt, in der Zeit der großen Transformation, kommt allmählich endlich die Wahrheit wieder ans Tageslicht. Immer mehr Menschen spüren die Energie von Maria Magdalena und lassen sich nicht mehr von kirchlichen Autoritäten vorschreiben, was sie glauben sollen oder nicht.

Wir brauchen sie beide, Maria und Maria Magdalena, denn beide Aufgestiegenen Meisterinnen stellen uns ihre liebevollen Energien für die Bewältigung der Herausforderungen in der heutigen Zeit besonders intensiv zur Verfügung:

Eine mütterliche und eine weibliche,

eine beschützende und eine ermutigende,

eine beruhigende und eine unangepasste.

Die beiden Meisterinnen würden niemals miteinander in Konkurrenz treten. Wir Menschen waren es, die ihnen ihre jeweilige Stelle in der Geschichte zugewiesen haben. Doch nun ist die Zeit gekommen, um zu überdenken, ob diese zugewiesenen Plätze noch immer angemessen sind – oder ob wir die beiden Marien mit neuen Augen betrachten sollten und dürfen.

Die Zeit ist gekommen! Ihre Zeit ist gekommen! Und unsere Zeit ebenso!

 

Maria Magdalena

Was es mit Maria Magdalenas „Dämonen“ auf sich hatte

Im Lukasevangelium steht geschrieben, dass es im Gefolge von Jesus auch einige Frauen gab, „… die er von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt hatte: [wie z. B.] Maria Magdalena, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren …“ (Luk 8,2). Das ist zumindest die offizielle Version der Amtskirche, die sich hartnäckig über all die Jahrhunderte bis herauf in die heutige Zeit als „Wahrheit“ gehalten hat.

Dazu sollte man wissen, dass die Gruppe der Essener, der auch Jesus angehört hatte, bestimmte Worte als Verschlüsselung verwendete, damit die Römer ihre Botschaften und Evangelien nicht verstehen konnten.

So verwendete man beispielsweise die Begriffe „die Blinden“ für  jene Menschen, die dem rechten Weg nicht folgten.

Das Wort „Leprakranke“ bezeichnete die Menschen, die nicht in eine höhere Gesellschaftsschicht hineingeboren oder von ihr sogar ausgeschlossen waren.

Die „Armen“ waren nicht jene Mitglieder der Gemeinschaft, die wirtschaftlich unterprivilegiert waren, sondern die höhere Rängen inne hatten, aber aufgrund religiöser Vorschriften dazu verpflichtet waren, ihre weltlichen Besitztümer aufzugeben.

Deshalb ist auch der Begriff „Dämonen“ nicht wörtlich zu verstehen. Der Name Maria (Mirjam) war zur Blütezeit von Qumram nicht einfach nur ein Name, sondern ein hoher Titel. Frauen, die diesen Namen trugen, hatten besondere geistliche Ämter innerhalb ihrer spirituellen Gemeinschaften inne. Sie waren beispielweise in der Heilkunst ausgebildet oder leiteten liturgische Zeremonien für Frauen.

Alle Marien waren an ein Zölibat gebunden und unterstanden der Autorität des Obersten Schriftgelehrten. Zu Maria Magdalenas Zeit war das Judas Iskariot, der als der  „siebente Dämonenpriester“ bezeichnet wurde.

Bevor Maria Magdalena heiratete, wurde sie zuvor vom Dämonenpriester vom Zölibat entbunden und daraus leitete sich der die Aussage ab, dass „aus ihr sieben Dämonen ausfuhren“. Erst danach durfte sie körperlichen Kontakt mit ihrem Ehemann haben, diese aber nur nach ganz genauen Vorschriften. Doch davon werde ich euch ein anderes Mal berichten.

Maria Magdalena

Was es mit Maria Magdalenas Alabasterkrug auf sich hat

Dir ist vielleicht schon aufgefallen, dass Maria Magdalena von bildenden Künstlern meist mit einem Krug oder einem Gefäß dargestellt wird. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem Alabasterkrug, der möglicherweise gar keiner war:

„Und als er [Jesus] in Bethanien war im Haus Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, kam eine Frau, die hatte ein Albastron mit einem Balsam aus unverfälschtem Nardenöl, sehr kostbar; und sie zerbrach das Albastron und goss es auf sein Haupt.“[1]

Ein Albastron (griechisch alabastros), wie in der Bibelstelle zitiert wird, kann aus allen möglichen Materialien hergestellt werden. Es ist ein hohes, schmales Gefäß, ohne Deckel, das entweder versiegelt oder mit einem Pfropfen verschlossen ist und zwei Henkel an der Seite zum Halten hat.

Warum der Alabasterkrug so erwähnenswert ist

Zur Zeit Maria Magdalenas gab es die so genannten „dynastischen Eheschließungen“, bei denen der Bräutigam von seiner Braut gesalbt wurde. In diesem Zusammenhang ist es natürlich interessant zu wissen, dass Maria Magdalena eine Angehörige eines Stammes der Hasmonäer war, deren Ahnenreihe bis zurück zu Aaron, dem Bruder von Moses, reichte. Jesus’ Ahnenreihe geht zurück bis König David, weshalb er aufgrund seiner Herkunft eine hohe Position in der Gesellschaft einnahm.

Beschäftigt man sich eingehender mit dieser Thematik, stößt man immer wieder auf den Hinweis, dass Maria Magdalena als eine so genannte „Hasmonäer-Prinzessin“ standesgemäß genau der Frau entsprach, die Jesus ehelichen durfte.

Nur die Braut durfte den Bräutigam salben

Die Salbung von Jesus durch Maria Magdalena unterstreicht diese Position, denn in der damaligen Zeit und der damaligen Gesellschaft durfte nur eine Braut ihren Bräutigam salben. Ab diesem Zeitpunkt trugen verheiratete Frauen eine kleine Phiole mit Öl um den Hals, um ihren Mann nach dessen Ableben ein letztes Mal zu salben. Warum Maria Magdalena nach dem Tod von Jesus in seine Grabkammer ging und was sie dort tat, darf jeder für sich selbst beantworten.

In der bildenden Kunst wurde Maria Magdalenas Krug einerseits als „der Alabasterkrug von Bethanien“ dargestellt, der ihr Salböl für Jesus enthielt – gleichzeitig stand er symbolisch für den Heiligen Gral, der angeblich das Blut Jesus enthielt.

Der Heilige Gral – der Mutterschoß Maria Magdalenas?

Krüge, Töpfe und Kessel werden in der Kunst seit jeher als weibliche Symbole gehandelt, weshalb die Gefäße, mit denen Maria Magdalena dargestellt wird, sinnbildlich für ihren Mutterschoß stehen, in dem sie das Blut Christi „aufbewahrte“. Es ist ja in der Literatur an vielen Stellen davon zu lesen, dass Maria Magdalena das Sangréal, das Heilige Blut, in ihrem Leib in die Provence gebracht hatte, womit die Nachkommen von Jesus gemeint sind.

Eine provokante These? Solange wir beim Sang Real, dem Heiligen Gral, nur an einen Kelch aus Gold denken, wird diese Vorstellung weder in unseren Köpfen noch in unseren Herzen einen Platz finden können.

[1]Markus 14,3 nach dem griechischen Text im Archiv des Vatikans (Codex Vaticanus MS1209)

Maria Magdalena

Was das südenglische Dorf Priddy mit Maria Magdalena und mit Joseph von Arimathäa zu tun hat

Das kleine Dörfchen Priddy in den Mendip Hills, ganz in der Nähe von Glastonbury, besteht aus einer Handvoll Häusern, einer Kirche, einer Dorfschule und einem Weiher. Kaum jemand würde vermuten – wahrscheinlich nicht einmal die Dorfbewohner selbst -– dass der Ort einen indirekten Bezug zu Maria Magdalena hat.

Nach einem Aufenthalt in Südfrankreich war Joseph von Arimathäa mit seinem Neffen Jesus II. (auch Jesus Justus genannt) und dessen Bruder Josephus nach England gereist. Laut Amtskirche existierte dieses Jesus II. natürlich nie, denn es handelt sich dabei um niemand geringeren als um einen der beiden Söhne von Jesus und Maria Magdalena. Doch für diejenigen unter euch, die offen für neue Informationen sind, die so lange von der Öffentlichkeit ferngehalten wurden, ist die Existenz dieses Sohnes nicht auszuschließen.

In alten Überlieferungen Südenglands sowie in William Blakes berühmtem Lied Jerusalem ist davon dazu lesen, dass Joseph von Arimathäa mit dem „jungen Jesus“ in der Gegend rund um das heutige Glastonbury lebte und wirkte.

Lange Zeit ging man davon aus, dass es sich bei diesem jungen Jesus, von dem in den Legenden und Schriften die Rede war, um Jesus selbst in seinen Jugendjahren handelte. Doch ergaben neuere Geschichtsforschungen, dass Joseph von Arimathäa der Bruder und nicht der Onkel von Jesus war. Und dieser junge Jesus war deshalb sein Neffe Jesus II., also einer der Söhne von Maria Magdalena und von Jesus – und nicht Jesus selbst.

Jesus II oder: Es kann nicht sein, was nicht sein darf…

Es ist mir bewusst, dass viele LeserInnen diese Informationen nicht akzeptieren können oder wollen. Deshalb überlasse ich es natürlich jedem einzelnen, diesen Gedanken als potenzielle Möglichkeit auf sich wirken zu lassen oder rundweg abzulehnen.

Joseph v. Arimathäa und seine Neffen wanderten an der Küste von Exmoor entlang, bis sie zu den Mendip Hills gelangten und sich dort niederließen. In dieser Region wurden bereits zur Zeit der Römer Metalle abgebaut. Heute ist diese Hügellandschaft ein beliebtes Wander- und Klettergebiet, auch Höhlen können besucht werden.

Joseph von Arimathäa wird in den alten Aufzeichnungen, die auf Gildas den Weisen zurückgehen sollen, als ein Decurio bezeichnet. Also als ein Vorsteher einer Zehntschaft, der häufig auch ein Betreiber von Metallminen war. Man schrieb über ihn, dass er Zinnhändler war, der umfangreiche Kenntnisse über den Abbau und die Verarbeitung von Metallen hatte, die er dann von Südengland nach Jerusalem verschiffte.

Gedenkstein für Maria Magdalena und Jesus in Glastonbury

Anders als die meisten Erklärungen für den „Maria-Jesus-Stein“ in der Südwand der Marienkapelle in Glastonbury, den man im allgemeinen Mutter Maria und Jesus zuordnet, gibt es noch eine andere Bedeutung, die in den letzten Jahrzehnten aufgetaucht ist.

Bei diesem Stein, der aus dem 1. Jahrhundert stammt, könnte es sich um eine Art Gedenkstein von Jesus II. handeln, in den er angeblich im Andenken an seine Eltern Jesus und Maria (Magdalena) deren Namen eingravieren ließ. Mit dem Bau der ersten Kapelle/Kirche in Glastonbury haben ja er, sein Bruder und sein Onkel Joseph v. Arimathäa unmittelbar nach Maria Magdalenas Tod in Südfrankreich begonnen.

Auch in den Annalen[1] finden sich Hinweise darauf, dass der junge Jesus diese Kapelle/Kirche dem Andenken seiner Eltern gewidmet haben soll. Demnach hat er sie sehr wahrscheinlich seiner Mutter Maria Magdalena und nicht Maria geweiht, wie irrtümlich angenommen wird. Damit wäre auch diese Marienkirche, die heute Lady Chapel heißt, eines der vielen Bauwerke, die ursprünglich Maria Magdalena und nicht Maria gewidmet worden waren, wie übrigens zahlreiche Notre-Dame-Kirchen in Frankreich und anderen Ländern Europas auch.

Die heutige Zeit bringt immer neue Informationen über Maria Magdalena ans Tageslicht, die bisher im Verborgenen lagen bzw. bewusst manipuliert worden waren. Wir werden noch so viele neue Sichtweisen, Erkenntnisse und Forschungsergebnisse bekommen, die das alte Bild von Maria Magdalena grundlegend verändern werden. Zumindest gilt das für diejenigen unter uns, die  offen, sensitiv und unvoreingenommen sind. Wie heißt es so schön? „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

PS: In der einen Bildergalerie siehst du Fotos von Priddy und den Mendip Hills, in der unteren Bilder von der Lady Chapel mit dem Maria-Jesus-Stein in Glastonbury, die ich aus Südengland mitgebracht habe

 

 

[1] Die wichtigsten alten Chroniken über Glastonbury sind: William of Malmesbury (1090-1143), De Antiquitate Glastoniensis Eclesiae, und John of Glastonbury, Cronica sive Antiquitates Glastoniensis Ecclesie (um 1400), Woodbridge 1985

Maria Magdalena

Was die Nebel von Avalon mit Maria Magdalena zu tun haben

Als ich vor rund 20 Jahr den Weltbestseller „Die Nebel von Avalon“ las, ahnte ich nicht im entferntesten, welche Bedeutung Maria Magdalena einmal in meinem Leben einnehmen würde. Und von der Verbindung zwischen ihr, Glastonbury, und den Königinnen von Avalon hatte ich damals überhaupt keine Vorstellung.

Die Söhne Maria Magdalenas in Südengland

Geschichtsforscher fanden heraus, dass Joseph von Arimathäa mit seinem Neffen Josephus (dem jüngeren Sohn von Maria Magdalena und Jesus) im Jahr 63 n. Chr. in Westengland eintraf. Die Ankömmlinge wurden von den Einheimischen skeptisch beäugt, doch König Arviragus von Siluria überließ ihnen und den 12 Missionaren, die ihrem Gefolge angehörten, ein 580 Hektar großes Land, auf dem sie eine kleine Kirche aus Lehm erbauten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer mehr erweitert, bis schließlich jene Abtei von Glastonbury entstand, deren Ruinen noch heute Tausende von Menschen in ihren Bann ziehen.

Bereits im Jahr 49 war Joseph von Arimathäa mit dem zwölfjährigen Jesus II. (auch Jesus Justus genannt, Maria Magdalenas und Jesus’ ältestem Sohn) nach England gereist. Aufgrund der Namensgleichheit von Vater und Sohn kommt es heute immer wieder zu Verwechslungen. Das ist auch der Grund, warum heute so viele Menschen der Meinung sind, dass Jesus selbst in England gewesen sei.

Glastonbury – der magischste Ort in England

Überlieferungen zufolge hatte Jesus II. zum Gedenken an seine Eltern in die damalige Lehmkapelle von Glastonbury einen Gedenkstein eingelassen, der angeblich noch heute in der Südwand der Marienkapelle bei Glastonbury zu sehen ist, und die Inschrift „Jesus – Maria“ trägt, wobei mit Maria nicht die Mutter von Jesus, sondern Maria Magdalena gemeint ist[1].

Glastonbury gilt  als der magischste aller Ort in England. Der Hügel Glastonbury Tor soll einst die Insel Avalon gewesen sein, die inmitten von Sümpfen lag, umgeben von dichten Nebeln, die nur Eingeweihte durchdringen konnten. Es war auch das Zentrum weiser Druiden, ein Rückzugsort von König Artus sowie das angebliche Versteck des Heiligen Grals (auf den ich in einem anderen Blog näher eingehen möchte).

Das einstige Nebelreich Avalon

Unzählige Ruinen und Legenden zeugen von einer zauberhaften Vergangenheit, in deren Mittelpunkt Glastonbury Tor steht, der höchste Hügel weit und breit.  Auf seiner Spitze ragt bis heute eine berühmte Ruine in den Himmel, ein Überbleibsel des ehemaligen Kirchturms St. Michael.

Glastonbury ist ein mystischer und heiliger Ort zugleich, der unzählige Menschen aus aller Welt in ihren Bann zieht. Genau durch diesem Platz verläuft auch die wichtigste Kraftlinie Englands. Sie verbindet Avalon einerseits mit dem Saint Michael’s Mount in Cornwall, als auch mit den großen Steinkreisen in Stonehenge und Avebury  und läuft noch weit in den Nordwesten Englands hinauf. Sensitive Menschen können an diesem Kraftplatz deutlich Energien spüren und wissen, dass rund um Avalon und das Glastonbury Tor besondere, magische Kräfte vorherrschen.

König Artus, Morgain, Viviane und Maria Magdalena

Avalon spielt auch bei der seit dem 5. Jahrhundert entstandenen Sage um König Artus eine große Rolle. Sie besagt, dass die Heilerin Morgaine le Fay Artus in Avalon kurierte, nachdem er sich bei einer Schlacht lebensgefährlich verletzt hatte. Doch Avalon und Morgaine sind mehr als nur Sagengestalten. Dem international anerkannten britischen Historienforscher und Genealogen Laurence Gardener war es in jahrzehntelanger Arbeit gelungen, die Blutlinie von Jesus und Maria Magdalena von der Vergangenheit weit herauf in die Gegenwart zu dokumentieren.

Dabei stieß er auf Namen wie König Artus, Morgaine, Lancelot oder Viviane, die sich alle auf die Ahnenreihe von Maria Magdalena und Jesus bzw. auf jene von Joseph von Arimathäa, dem Bruder von Jesus, zurückführen lassen. Für uns Menschen des 21. Jahrhunderts mag das verrückt oder unglaubwürdig klingen, doch die Wahrheit liegt wie so oft nur einen Hauch unter dem Deckmantel der Sagen, der Legenden oder der christlichen Überlieferungen, die von der Wahrheit ablenken und manchmal bewusst in die Irre führen wollen.

 

[1]Auch Joseph von Arimathäa wird in der Literatur oft nur als „Joseph“ bezeichnet, was dazu führt, dass man ihn mit Joseph, dem Mann von Mutter Maria verwechselte. Heute gebräuchliche Vornamen wie z. B. Maria, Joseph, David etc. waren ja zur Zeit von Jesus übliche Bezeichnungen für Positionen innerhalb einer spirituellen Gemeinschaft, der sie angehörten.

 

Maria Magdalena

Auf den Spuren von Maria Magdalenas Nachfahren in Schottland

Obwohl ich eigentlich über Maria Magdalenas Nachfahren erzählen möchte, muss ich doch zuerst einmal bei Joseph von Arimathäa beginnen. Denn es ist wichtig zu wissen, dass dieser Joseph als „ein angesehener Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartet“ (Markus 15:43) gleichzeitig auch ein Jünger von Jesus war.

Joseph von Arimathäa – der Bruder von Jesus

Doch nicht nur das! Historische Forschungen brachten zutage, dass Joseph „von Arimathäa“ ein Bruder von Jesus war. Erst im 9. Jahrhundert gab ihn die Kirche als Jesus’ Onkel aus, damit er vermutlich nicht mit der messianischen Linie von Maria und Joseph sowie mit Jesus in Verbindung gebracht werden konnte.

Denn so lange man diesen Joseph „nur“ für einen Onkel von Jesus hielt, aber nicht für einen weiteren Sohn von Maria und Joseph, konnte man an der Erzählung über die Empfängnis Marias durch den Heiligen Geist festhalten. Daran weiterhin zu glauben, wenn man weiß, dass Maria insgesamt acht Kinder gebar, wird etwas schwierig.

Doch nun zurück zu Joseph von Arimathäa. Dieser erbaute in den Jahren 63-64 n. Chr. gemeinsam mit 12 Missionaren, die mit ihm nach England gekommen waren, eine erste kleine Lehmkapelle in Glastonbury, der später ein Kloster hinzugefügt wurde. Doch darauf werde ich in einem andeen Beitrag noch ausführlicher eingehen.

Joseph von Arimathäe (der wie Jesus von König David abstammte) war verheiratet und setzte seine Blutlinie über die Jahrhunderte hinweg fort. So entsprangen dieser Ahnenreihe – 20 Generationen und etwa 500 Jahre später – der berühmte König Artus.

Josephus, der Sohn von Maria Magdalena und von Jesus

Auch Jesus und Maria Magdalenas Blutlinie nahm ihren Ausgang in Großbritannien, denn ihr zweitgeborener Sohn Josephus, der mit seinem Onkel Joseph von Arimathäe nach Glastonbury gekommen war, heiratete eine Tochter von Nikodemus. Die Rede ist dabei von jenem Mann, der Joseph von Arimathäa bei der Bestattung von Jesus geholfen haben soll (Joh 19,30).

Die Blutlinie von Josephus – und damit die direkte Nachfolge von Jesus und Maria Magdalena – bringt einige hundert Jahre später sehr bekannte Persönlichkeiten wie Königin Viviane d’ Avalon del Acqs hervor, aber auch Morgaine d’Avalon del Acqs, Lancelotoder Parcival, um nur einige zu nennen.

Was das nun mit Schottland zu tun hat? Diese Antwort bin ich bisher noch schuldig geblieben: Ein wenig südlich des schottischen Städtchens Penrith steht die Ruine von Pendragon Castle. Die Legende erzählt, dass das Schloss von König Arthurs Vater erbaut wurde. The High History of the Holy Grails verweist ausdrücklich auf  Artus’ Hof dort, der auch in dem französischen Werk Suit de Merlin und in den britischen Sagen Sir Gawain and the Carl of Carlisleund The Avowing of King Arthur vorkommt.

King Arthur’s Round Table, ein geometrischer Erdwall in den ehemaligen königlichen Gärten unterhalb von Stirling Castle, ist seit Hunderten von Jahren in ein Geheimnis gehüllt. Obwohl der Erdknoten, so wie er heute aussieht, aus den 1620-er Jahren stammt, wird angenommen, dass sein mit einer flachen Oberseite versehener zentraler Hügel viel älter ist. Schriftstücke, die vor mehr als sechs Jahrhunderte entstanden, haben bereits damals dieses Wahrzeichen mit der Legende von König Artus verbunden.

Maria Stuart – aus der Blutlinie Maria Magdalenas und von Jesus

Last – but not least – soll die schottische Linie der Stuarts direkt auf Joseph von Arimathäa zurückgehen; die bretonische Linie über die so genannten „Fischerkönige“ auf die Blutlinie von Jesus’ und Maria Magdalenas Sohn Josephus. Die bekannteste und schillerndste Gestalt dieser Dynastie ist sicherlich Maria Stuart, die lange Zeit verkannt und ihre Persönlichkeit bewusst oder unbewusst falsch dargestellt wurde. Erst in letzter Zeit erfuhr sie – ähnlich wie ihre Vorfahrin Maria Magdalena – eine Art Rehabilitierung.

Die Ruine Loch Leven Castle,  eine Stunde nördlich der schottischen Hauptstadt Edinburgh, ist noch heute stummer Zeitzeuge einer der vielen Gefangenschaften, die Maria Stewart im Laufe ihres Lebens erdulden musste.

 

Maria Magdalena

Was es mit Maria Magdalenas langen roten Haaren auf sich hat

Bestimmt ist dir schon aufgefallen, dass Maria Magdalena auf den meisten Gemälden mit langen roten oder rötlichen Haaren dargestellt wird. Hast  du dich auch schon mal gefragt, warum das so ist? Ob dahinter eine tiefere Bedeutung oder eine bestimmte Symbolik stecken mag?

Die offizielle Darstellung Maria Magdalenas durch die Amtskirche war die einer flatterhaften Hure, obwohl sie in der Bibel niemals als eine solche bezeichnet worden war. Doch seit der Renaissance ließen – meist kirchliche Auftraggeber – Gemälde anfertigen, auf denen sie sehr oft nackt abgebildet war – wohl als Anspielung auf ihre angebliche Rolle als Prostituierte.

Viele Künstler der damaligen Zeit wussten aber sehr wohl, wer Maria Magdalena in Wahrheit gewesen war und verbargen dieses alte, überlieferte Wissen auf verschlüsselte Art und Weise in ihren Werken, da die Amtskirche eine völlig konträre Darstellung von Maria Magdalena vertrat.

Deshalb legten wissende Künstler großen Wert darauf, Maria Magdalena auf ihren Bildern mit langen roten Haaren zu malen, die ihren (nackten) Körper umhüllten. Damit blieb ihre Würde erhalten und weder ihr Körper noch ihre Seele konnten durch ihre Nacktheit entblößt dargestellt werden.

In den letzten Jahrhunderten war rotes Haar häufig ein wichtiges Attribut bedeutsamer Adelsfamilien. Sie legten deshalb großen Wert darauf, dass dieses sichtbare Zeichen ihrer Herkunft  von den Künstlern der damaligen Zeit auf den Gemälden festgehalten wurde.

Die Haarfarbe Maria Magdalenas war in der Renaissance natürlich niemandem mehr bekannt, und doch wurde sie immer wieder als eine Frau mit roten Haaren dargestellt. Religionshistoriker sehen darin einen verschlüsselten Hinweis auf ihren aristokratischen Status, denn nach alten Schriften von Jacobus de Voragine (1229-1298) soll Maria Magdalenas Mutter Eucharia aus einer königlichen Familie stammen. Auch in einem früheren Manuskript wird sie als Nachkomme des Königshauses von Israel beschrieben.[1]

Maria Magdalena wird auf alten Gemälden und Skulpturen nicht nur mit rotem, sondern sehr häufig auch mit extrem langem Haar dargestellt. Dies war in der bildenden Kunst ein Symbol dafür, dass eine Frau – selbst in nacktem Zustand – mit einen Schleier der Sittsamkeit umhüllt war.

Die langen roten Haare Maria Magdalenas drücken metaphorisch aus, dass es niemandem gelungen war,  sie ihrer Würde zu berauben – egal, welchen Versuch man auch unternommen hatte, sie als eine unbedeutende, unterdrückte oder unwürdige Frau darzustellen.

[1]John W. Taylor, The Coming of the Saints, London 1969, Kap. 5, S. 83

Maria Magdalena