Wie geht es dir, wenn etwas schiefgelaufen ist oder du nicht so gut drauf bist? Beginnst du darüber nachzudenken oder intensiv zu grübeln? In belastenden Situationen ist es besonders schwierig, den „inneren Beobachter“ zum Schweigen zu bringen, denn nicht selten dreht sich unser mentales Hamsterrand Stunden um Stunden, Tage um Tage…

Warum? Weil wir meinen, irgendwo tief in uns drin eine Lösung für unser Problem oder unsere Situation finden zu müssen. Besonders in Krisenzeiten verbohren wir uns in unsere Gedanken, weil wir der Illusion einer Lösungsfindung aufsitzen. Doch das braucht manchmal inneren Abstand – und ausreichend Zeit.

Selbstreflexion ist gut – Gehirn zermartern ist destruktiv

Du hast es vielleicht selber schon erlebt, dass du einen Streit mit einer Freundin nicht und nicht aus dem Kopf bekommst. Du kaust die Situation immer und immer wieder durch, in der Hoffnung herauszufinden, was schief gelaufen ist oder was du hättest besser machen können.

Wenn du dich auf der inneren Suche nach einem befreienden Gedanken (oder einer Erklärung oder einer Ausrede) immer wieder im Kreise drehst, schraubst du dich immer tiefer in dein Problem hinein. Anstatt inneren Abstand zu gewinnen, um neutral über die vergangene Situation nachzudenken, wachsen deine Gefühle der Scham, der Unsicherheit oder der Angst, nicht mehr geliebt zu werden.

Einfach mal alles so stehen lassen, wie es ist

Es ist sicherlich nicht einfach deinen Gedankenfluss zu stoppen, um inneren Abstand zu gewinnen. Aber anstatt dich selbst zu quälen, sag dir doch stattdessen: „Okay, meine Freundin ist jetzt sauer auf mich. Damit muss ich im Moment leben. Aber ich werde zum richtigen Zeitpunkt das Gespräch suchen, um ihr zu erklären, wie es zu diesem Missverständnis gekommen ist.“

Innehalten – durchatmen – raus aus der Selbstbeschuldigung!

Es ist wichtig, zwischen deinen belastenden Gedanken und deiner Selbstverurteilung einen zeitlichen Puffer aufzubauen. Das gelingt mal besser, mal schlechter, keine Frage. Aber es besteht kein Grund zur Annahme, dass du deswegen oberflächlich bist oder etwas verdrängen willst.

Denn es kommt der Zeitpunkt, an dem ehrliche Selbstreflexion leichter möglich ist als in einer aktuell angespannten Situation. Nicht umsonst sagt der Volksmund, man solle zuerst einmal über ein Problem schlafen, bevor man zu handeln beginnt.

Mit etwas zeitlichem Abstand kannst du auch neutraler erkennen, was schief gelaufen ist – und mit einem gewissen emotionalen Abstand wird auch eine ehrliche Selbstreflexion möglich, und zwar ohne nutzlose Selbstvorwürfe.

Achte auf deine Gedanken

Wenn du dir das nächste Mal denkst „Sie grüßt mich nicht, weil sie mich nicht mag“, versuch es stattdessen vielleicht einmal mit: „Sie grüßt mich nicht. Punktum!“ Steig aus deiner Bewertung aus und lass deine negativen Befürchtungen los. Das fühlt sich doch gleich viel besser an, oder?

 

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