Ein Interview mit Doris Klomfar

Doris, wann und wie wurde dir zum ersten Mal bewusst, dass du hochsensibel und hochsensitiv bist? Der Begriff „Hochsensibilität“ ist ja eher etwas Neues, also war es eher ein „Anders-Sein“ als Kind. Und das in vielen Bereichen. Ich nahm und nehme die Menschen und die Welt sehr intensiv wahr, ich bin sehr empathisch und fühle, was andere fühlen, ich sah und sehe Wesen, die andere nicht wahrnehmen. Schon als ich klein war, sprachen die Blumen, Pflanzen und Tiere mit mir. Ich dachte als Kind, dass dies „normal“ sei und jeder so empfinden würde.

Wann drückt sich deine Hochsensibilität im Alltag belastend aus? Oft, wenn ich die Geschwindigkeit anderer als Maß nehmen würde. Ich kann und mag viele Dinge nicht tun, die andere gerne tun. Zu viele Menschen, zu viele Eindrücke oder zu viel und zu schnell geht bei mir gar nicht. Planen wird manchmal schwierig. Das Leben, das wir hier zurzeit für „normal“  halten, ist – für mein Empfinden – eigentlich völlig aus dem Ruder geraten. Alles wird immer schneller und immer fordernder. Dabei kann man aber nicht das Wunder entdecken, das alles Leben eigentlich ist. Auf der Autobahn sind wir zwar schnell irgendwo, aber der Weg an sich, die Begegnungen, die achtsame Wahrnehmung, die Stille, in der alles enthalten ist, die gehen verloren. Also möchte ich gar nicht alles können, was allgemein gerade so erstrebenswert erscheint. Der Schmerz der anderen ist manchmal überwältigend. Auch das, was mit den Tieren hier passiert, das ist körperlich fast nicht ertragbar. Hier muss ich Kompromisse eingehen … wenn ich immer erzählen würde, wie z. B. die Aura von Milch oder totem Fleisch aussieht und sich anfühlt, wären viele eher (noch) verärgert als bereit, etwas zu verändern. Manchmal ist es nicht so einfach, für andere zu verstehen, wie ich „funktioniere“.

In welchen Lebensbereichen profitierst du von deiner Hochsensibilität? Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ist, nicht alles zu sehen, zu fühlen oder zu spüren. Es mag in manchen Bereichen einfacher erscheinen, sich im „normalen“ Leben zu integrieren; aber durch den Wald zu gehen und mit den Bäumen zu sprechen und die Elfen zu sehen? – das möchte ich niemals eintauschen. In meiner Arbeit mit Menschen und Tieren ist es wertvoll, so viel zu spüren. Und ja, auch anstrengend. Aber ich nehme mir viel Zeit mit mir selber und ich habe eine hochsensible Hündin, die tickt wie ich. 🙂  Ich bin dankbar für so ein intensives Er-Leben aller (un)sichtbaren Welten.

Welche meiner spirituellen Hilfsmittel empfiehlst du deinen hochsensiblen FreundInnen und KlientInnen?Alle 😉 Deine Hilfsmittel sind völlig und ganz in meinen Alltag integriert. Die Verwendung der Aura Essenzen „Energetische Reinigung“ und „Energetische Abgrenzung“ sind für mich so selbstverständlich wie Zähneputzen. In allen Räumen sind deine Symbole und Sprays. Ich liebe es, damit zu spielen und z. B. zu spüren, wie sich Energie schnell verändern kann – ohne sich jedes Mal intensiv damit zu befassen zu müssen, ein Energiefeld (das oft nicht meines ist) mental zu beeinflussen. Das geht natürlich, aber es ist in meinem Alltag wesentlich harmonischer, mit diesen Werkzeugen zu leben. Ich benütze sie auch für wichtige Entwicklungsschritte auf meinem Weg. Bei meinen KlientInnen teste ich aus, was sie gerade am besten unterstützen kann. Je sensibler jemand ist, desto wichtiger wird die Schwingungsebene! Weil er schnell und intensiv wahrnimmt, sich unwohl fühlen kann und Unterstützung auf allen feinen Ebenen braucht in einer Welt, wo vieles so unterschiedlich schwingt. Zurzeit sind diese Unterschiede besonders intensiv spürbar.

Welche Gedanken möchtest du Menschen, die ihre Hochsensibilität gerade erst bewusst entdecken, auf ihren Weg mitgeben?Ich denke, es ist wichtig, nicht wieder in Schubladen zu denken. Jetzt gibt es da einen Begriff, der ganz vieles umfasst. Für mich ist Hochsensibilität in vielen Tönungen sichtbar – und so wie jeder seinen eigenen Zugang zur Welt kennen lernen darf, mag man sich vielleicht nicht wieder ein Label aufdrucken. Es ist gut, wenn wir wieder lernen, achtsam und langsam durch das Leben zu gehen, um zu erkennen, was wir brauchen – und wie wir was brauchen. Sich selber gut zu kennen und zu spüren, ist wichtig; genauso bei unseren Kindern. Wenn ich mich achtsam und gut spüre, spüre ich auch den anderen achtsam und gut. Ich kann reagieren, wie ich leben möchte oder wie mein Kind – oder auch mein Hund – die Welt wahrnimmt und welche Dosierung von allgemeiner „Unterhaltung“ gut und förderlich ist für meine/ihre Seele und meinen/ihren Körper. Dieses neue Wort ist gut, um die Welt hören zu lassen, dass es so etwas gibt. Aber sich davon einschränken zu lassen, weil man sich in die momentanen Zustände der Welt nicht so gut integrieren kann, ist kein dienlicher Gedanke. Die Zartheit, die man selber ist, darf man auch sich selber schenken. Vielleicht kreieren wir noch ein neues Wort für alle: „Schwingungstoleranz“.

Doris Klomfar (Wien) ist Engelmedium, Autorin, Malerin und energetische Begleiterin von Menschen, Tieren und der Erde. Außerdem ist sie begeisterte Jin Shin Jyutsu–Praktikerin und  Selbsthilfelehrerin. Hier kannst du sie besuchen: www.fluesterzeit.at

 

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