Wir kennen ihn alle nur zu gut, den Stress. Entweder schleicht er sich auf leisen Sohlen in unser Leben oder bricht blitzartig über uns herein. Ganz unschuldig sind wir jedoch nicht an diesen Situationen, denn manchmal bieten wir uns geradezu an, uns mit Arbeit oder den Problemen anderer überhäufen zu lassen. Ohne Stress wäre unser Leben vielleicht ein wenig langweiliger, doch es kommt es auch hier auf die Dosierung an.

Haben wir uns eigentlich schon einmal überlegt, warum wir dem Stress keinen Riegel vorschieben? Vielleicht hat er doch etwas an sich, das uns von Nutzen sein könnte. Wenngleich wir das niemals zugeben würden…

Stressverhalten führt manchmal zu unbewusstem Wettbewerb, nämlich dann, wenn wir mit anderen in den Ring steigen um einander zu beweisen, wer härter, besser, länger oder disziplinierter arbeiten kann. Oder wenn wir einander erzählen, wie durchgetaktet unsere Freizeit bzw. die unserer Kinder ist, die wir ebenfalls noch managen müssen. Und Stress wird sogar zum Statussymbol, wenn wir uns schweißgebadet damit brüsten, welchen Yoga-, Entspannungs- und Selbstfindungskurs wir gerade besuchen, welche Diät wir derzeit machen oder für welchen Marathon wir gerade trainieren.

Stress kann aber auch dafür missbraucht werden, um uns nicht aus unserer Komfortzone herausbewegen zu müssen. Sätze wie „Das wird mir alles zu viel!“ oder „Dafür hatte ich keine Zeit!“ sind nicht immer ehrliche Aussagen, sondern manchmal unbewusste Ausreden, um sich mehr Freiräume zu verschaffen. Jene Freiräume nämlich, die wir uns selber niemals zugestehen würden. So erlaubt uns Stress beispielsweise, am Sofa liegen zu bleiben anstatt zu bügeln, oder die Einladung zur Familienfeier abzusagen anstatt sich mit der lieben Verwandtschaft auseinanderzusetzen.

Stress muss manchmal auch den fehlenden Lebenssinn ersetzen, denn wer vor lauter Stress nicht mehr zum Denken kommt, kann sich auch über den Sinn seines Lebens nicht mehr den Kopf zerbrechen. Wer vom Stress getrieben wird anstatt sein Leben bewusst in die Hand zu nehmen, der hat eindeutig den Bogen überspannt. Der wird wahrscheinlich immer mehr seine innere Leere zu verdrängen suchen, sei es mit einem Übermaß an Fernsehen, Shoppen, Essen, Trinken oder sinnentleerten Vergnügungen.

Stress lass nach, denn du bist – wenn schon nicht umzingelt – dann zumindest durchschaut! Wie heißt es so schön? Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Na, dann also los!

 

Bildnachweis: reisen.de

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